Ethno-Forum 15.3.2022: Performance «Turing-Test der Repräsentation»

Performance Eggmann Neidhart
Foto: Prof. Walter Leimgruber

Welt wahrnehmen und erfahren manifestiert sich in vielfältigen Differenzen. Diese stehen im Zentrum der Forschung und Methodologie von Ethnologie und Kulturwissenschaft. Das Ringen um verlässliche Re-Präsentation menschlicher Welt-Gestaltung beschäftigt die Disziplinen stetig und so ermöglicht dieses «performative Labor» eine konkrete Repräsentation dem Turing-Test zu unterziehen. Alan Turing (1912-1954) war Pionier der Künstlichen Intelligenz. Er entwickelte 1950 einen Test, mit welchem Computerprogramme in ihrer Dialogfähigkeit auf Menschenähnlichkeit getestet wurden. Konnten sie von Proband_innen nicht von Menschen unterschieden werden, hatten sie den Turing-Test (der Repräsentation) bestanden. In diesem performativen Experiment von Sabine Eggmann und Mirjam Neidhart wird das Problem der Repräsentation und die Herausforderungen bezüglich Othering/ Selfing konkret und erlebbar.

Empfohlene Literatur:

  • Forschen mit „Kultur“ – Revisionen und Potenziale. In: Zeitschrift für Volkskunde 110 (2014), H. 2, S. 269-289.

Weitere Literatur:

  • Alcoff, Linda. "The Problem of Speaking for Others". Cultural Critique 20 (1991): 5. Web.
  • "Performing as a Moral Act: Ethical Dimensions of the Ethnography of Performance". Cultural Struggles: Performance, Ethnography, Praxis. Ann Arbor: University of Michigan, 2013. 65. Web.
  • Eggmann, Sabine: Diskursanalyse. Möglichkeiten für eine volkskundlich-ethnologische Kulturwissenschaft. In: Hess, Sabine/Moser, Johannes/Schwertl, Maria (Hg.): Europäisch-ethnologisches Forschen. Neue Methoden und Konzepte. Berlin 2013, S. 55-77.
  • Madison, D. Soyini. Critical Ethnography: Method, Ethics, and Performance. 2nd ed. Thousand Oaks, Calif: SAGE, 2012. Print.

 

Sabine Eggmann, Dr. phil., studierte Volkskunde/Europäische Ethnologie, Alte Geschichte und Lateinische Philologie an der Universität Basel, wo sie auch ihre Promotion zum zeitgenössischen Kulturbegriff abschloss. Einer Assistenz am Basler Seminar für Volkskunde/Europäische Ethnologie folgten diverse Forschungsprojekte und Gastlehraufträge an verschiedenen Universitäten (Bern, Frankfurt, Graz, Hamburg, Kopenhagen, Zürich) sowie Lehraufträge im Masterprogramm Kulturmanagement an der Universität Basel. Lehr- und Forschungsschwerpunkte von Sabine Eggmann sind die Geschichte sowie die Reflexion von Begriffen, Methoden und Theorien in den Kulturwissenschaften, Subjekt, Alltag, gesellschaftliche Selbstverständigung und (im-)materielles Kulturerbe ( https://www.isek.uzh.ch/de/popul%C3%A4rekulturen/personen/personen/eggmann.html).

 

Mirjam Neidhart, Regisseurin/ Autorin. Seit ihrem Studium an der ZHdK (1991) inszeniert sie an Städtischen Bühnen (Wilhelmshaven, Trier, Konstanz, Kassel, Braunschweig etc..) und in der freien Szene Schweiz. Als Autorin spezialisierte sie sich auf ethnographische Stücke (Torschusspanik, intime Einsichten in die Reproduktionskrise, Thalia Theater Hamburg). Mit der Gruppe 1visible entwickelte sie inszenatorische Mittel im Umgang mit Repräsentation (www.1visible.net). Sie steht regelmässig in Zusammenarbeit mit Wissenschaftler_innen: so z.B. für Humanoid und ECCE HOMO mit dem Institut der Künstlichen Intelligenz AILab der Universität Zürich 2012-2014. Ihre Spezialisierung veranlasste sie 2016 zu einem Studium der Ethnologie/ Filmwissenschaft, das sie 2020 mit dem BA abschloss. Jüngste künstlerische Arbeiten sind Der Vorleser von Bernhard Schlink 2020 (WLB Esslingen-Stuttgart) und Nichts geschenkt. Eine kurze Geschichte der Frauenrechte in der Schweiz 2021 (TOBS, Theater Biel-Solothurn). Neidhart ist Dozentin für Kommunikation/ Verhandlung und Auftrittskompetenz an der FHNW. www.mirjamneidhart.ch, www.1visible.net