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5. März 2025, 18:30, AFL E-015
«Bitte weckt mich aus diesem Fiebertraum» Zur Politisierung von BookTok
PK-Kolloquium FS25 Kulturkämpfe: Christine Lötscher
BookTok, die ständig wachsende Community, die auf TikTok Bücher bespricht und diskutiert, war zu Beginn vor allem eine Austauschplattform für - meist weibliche - Leser:innen von Liebesromanen und stark an literarischen Fankulturen orientiert. Mit dem ökonomischen Erfolg von New Adult, New Romance, Dark Romance und Romantasy, der durch Plattformen wie TikTok, Instagram und Youtube befördert wurde, gerieten Bookfluencer:innen immer stärker in den Fokus der Öffentlichkeit. Am Beispiel von BookTok Deutschland lässt sich verfolgen, wie eine sich selbst als eher ‹eskapistisch› bezeichnende Fancommunity immer stärker politisiert wurde und sich zur Wahl Trumps ebenso wie zu den deutschen Wahlen äusserte. Während die meisten BookToker:innen sich klar als Feminist:innen und gegen Rechts positionieren, gab es aber auch zahlreiche Aufrufe zur Wahl von Alice Weidel.
Der Vortrag gibt einen Einblick in die Dynamik von BookTok im letzten halben Jahr und präsentiert erste Überlegungen zu einem Forschungsprojekt, formuliert aber vor allem auch Fragen für eine gemeinsame Diskussion – unter anderem zur Methode (digitale Ethnografie), und nach dem Potential des Phänomens BookTok für einen konjunkturanalytischen Zugang.
→ PK-Kolloquium: Kulturkämpfe
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15. März 2025, Kleine Aula der Universität Zürich
Environmentalism in Tolkien’s World: Ecocritical perspectives on Middle-earth
Tolkien Konferenz zum Thema Envionmentalism in Tolkien's Fiction, mitorganisiert vom ISEK PK, mit Vorträgen von Christine Lötscher und Hannah Schmitt. Die Teilnahme an der Konferenz ist sowohl für die Präsenz- als auch für die Online-Teilnahme kostenlos. Eine Anmeldung ist jedoch für beide Formate erforderlich.
→ Zurich Tolkien Conference
Illustration © by Kathrin Heierli
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15. und 16. März 2025, Luzern
Verleihung des Innerschweizer Filmpreises
Am 15. Und 16. März findet in Luzern die Verleihung des Innerschweizer Filmpreises statt. Die 12 ausgezeichneten Kurz- und Langfilme werden an jenen zwei Tagen in den Kinos Bourbaki und Stattkino gezeigt und jeweils mit längeren Vor- und Nachgesprächen mit den ausgezeichneten Filmemacher*innen begleitet. Einer der preisgekrönten Dokumentarfilme ist Bilder im Kopf (2024) von Eleonora Camizzi, der bereits in Solothurn mit dem Jurypreis «Visioni 2025» ausgezeichnet wurde.
Im Anschluss an die Vorführungen am Samstag und Sonntag moderiert Gina Dellagiacoma, wissenschaftliche Assistentin am ISEK – Populäre Kulturen, die zwei Gespräche mit der Regisseurin Eleonora Camizzi und weiteren an der Produktion beteiligten Personen sowie ihrem Vater, der Hauptprotagonist des Films.
→ Innerschweizer Filmpreis
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19. März 2025, 19:00, Olivenhalle
Fussball- und Musikkultur auf dem Plattenteller
Treppenhausveranstaltung mit DJ-Set, Pascal Claude
Fussball ist mehr als 90 Minuten Rasensport. Mehr als 11 Spieler:innen und das Runde, das ins Eckige muss. Fussball ist und war immer schon Pop- und Alltagskultur. Pascal Claude, Besitzer der vermutlich grössten Fussball-Vinyl-Sammlung, spricht über die Verflechtungen zwischen Sport- und Musikgeschichte – und bringt sie zum Klingen. Passend zur diesjährigen Fussball-Europameisterschaft der Frauen in der Schweiz blickt er mit uns auf sein Sammeln und seine Sammlung. Darunter das Lied einer berühmten Schwedin, das sie 1984 zur ersten Frauen-EM aufnahm und mit dem sie auch gleich noch vor Drogen warnte. Eine Ausnahme in der skurrilen Welt der Fussballschallplatten? Wie wurden Frauen repräsentiert? Eigenständig als Musikerinnen oder doch nur als Sexsymbole auf den Plattenhüllen?
Pascal Claude ist Heilpädagoge, Autor und Schallplattensammler. In seinen Büchern Knapp daneben (2009) und Viele Grüsse aus dem Stadion (2014) schreibt der langjährige WOZ-Kolumnist über die Fussballwelt abseits von Tabellen und Transfergeschäften. Er blickt dorthin, wo der Fussball in den Alltag rollt und der Alltag in den Fussball. Prachtstücke aus seiner Fussball-Vinyl-Sammlung präsentiert und archiviert er online auf 45football.com sowie im Fotobuch Football Disco! (2019).
Der öffentliche Event findet im Anschluss an die diesjährige Mitgliederversammlung EKWS Sektion Zürich (18:00-18:30Uhr, AFL-E-015) statt.
→ Fussball- und Musikkultur auf dem Plattenteller
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20. und 21. März 2025, UZH, KOL-G-217 & KO2-D-54
Public Lecture: The Heat Death of Profitability
Liberal Logics, Fantasies of Transcendence, Financial Futures
Vortrag und Workshop mit Pr. Sherryl Vint
Public Lecture: The Heat Death of Profitability
Liberal Logics, Fantasies of Transcendence, Financial Futures
20. März, 18.30, UZH Rämistr. 71, KOL-G-217
Introduction: Professor Christine Lötscher, PD Dr. Simon Spiege
The lecture is followed by a panel hosted by Dr. Sarah Lohmann and Dr. Cédric Weidmann
Focusing on the economic practices linked to financialization and venture-capitalist funding, this paper explores how sf authors Ken MacLeod and Ian McDonald use the form of space opera to critique neoliberal orthodoxy as akin to sf fantasies of transcending the limits of planet-based, mortal life. The violently destructive conflicts which animate the narratives in MacLeod's The Corporation Wars and McDonald's Luna trilogies—typical of space opera as a military adventure mode—symbolize the destructiveness of capitalism as a governing ideology. In both fictional worlds, law is a central tool for managing economic conflict and instantiating a political order that favours the elite. I argue that MacLeod and McDonald use space opera tropes to critique neoliberalism in ways that simultaneously illuminate the degree to which current venture-capitalist and Silicon Valley rhetoric relies itself on science-fictional tropes. Rather than the promised future of endless profitability through AI accelerationism familiar in this discourse, however, these space operas suggest that the future such policies will produce is best embodied by their own bleak conclusions of economics without workers, markets finally freed of the friction of human vulnerability and need, the limitless production of profit in a world inhabited only by AI entities that exist to serve the self-contained project of capital producing more capital. MacLeod and McDonald thus reject the libertarian fantasy of accelerationist escape from the contradictions of capitalism and insist on the need for a labour-centered politics of degrowth.
Workshop with Sherryl Vint for MA / PhD students and Postdocs
21. März, 10.15 - 11.45 Uhr, Karl Schmid-Str. 4, KO2-D-54
To attend the workshop, please register here before 10 March 2025: christine.loetscher@uzh.ch
Preparatory reading: Sherryl Vint, Political Cosplay: Q-Anon, White Squall and Narrative Politics (will be sent to you by email)
→ Zurich Science Fiction Network
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Kulturwissenschaftliche Perspektiven auf den Eurovision Song Contest
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Öffentliche Ringvorlesung Universität Basel
Das im Mai 2025 in Basel stattfindende Finale des Eurovision Song Contest stellt einen prägnanten Kristallisationskern heutiger Populärkultur dar. Er bietet Ansatzpunkte für zahlreiche Themen und Fragen heutiger Forschung des Faches Kulturanthropologie bzw. Empirische Kulturwissenschaft wie Pop-Forschung.
- Donnerstag, 6. März: Prof. Dr. Eberhard Wolff (Basel): Einführung
- Donnerstag, 20. März: Dr. Johannes Müske (Freiburg/Br.): Gefühle erleben – Volksliedersingen und ESC-Performances kulturwissenschaftlich analysieren
- Donnerstag, 27. März: Prof. Dr. Christine Lötscher (Zürich): Queerfeministische Fankulturen um den ESC in Sozialen Medien
Weitere Termine: ESC-Ringvorlesung
Flyer: ESC-Ringvorlesung
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Neues Datum: Do. 03. April 2025, AFL
Ethno Graphic - Graphic Novels in der empirischen Kulturwissenschaft
Vernissage
Studierende der Lehrveranstaltung Ethno-Graphics haben im letzten Semester zusammen mit Studierenden des Bachelorstudiengangs Nonfiction Illustration an der Hochschule Luzern kleine Forschungsprojekte durchgeführt, die in einer Sammlung von Kunstwerken gipfelten, die ab dem 03. April in den Gängen unseres Instituts ausgestellt werden.
Wir möchten zu einer kleinen Vernissage einladen, die wir für Donnerstag, den 03. April in den Fluren und der Küche unseres Instituts planen.
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Fr. 11. April 2025, 09:00, Universität Basel
EKWS-Tagung Berufseinstieg: Arbeiten in Sammlungen, Archiven, Bibliotheken – jetzt anmelden!
In diesem Bereich tätige Institutionen sind Orte der Forschung und Vermittlung: Sie beschäftigen sich mit Fragen des Speicherns und Bewahrens, des Sammelns sowie des Zugänglichmachens von Wissen. Doch wie sieht ein konkreter Arbeitsalltag in einer Sammlung aus? Wie gestaltet sich ein beruflicher Werdegang, der zu einer Tätigkeit in einem Archiv führt? Und wie werden aus Bibliotheksnutzer:innen Bibliotheksmitarbeiter:innen? Welche im Studium erworbenen Kompetenzen sind dabei hilfreiche Voraussetzungen? Welche Interessen können in diesem Berufsfeld weiter ausgelebt werden? 9 Expert:innen geben Auskunft – in Inputreferaten, Round-Table-Gesprächen und informell zwischen den Veranstaltungsblöcken.
→ Das vollständige Programm der Tagung findet sich auf der EKWS-Website.
Anmeldungen bis zum 2. April über die EKWS-Website.
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Launch der neuen Webseite des Lacan Seminars Zürich
Das Lacan Seminar Zürich hat dieses Semester eine neue Webseite gelaunched und ein interessantes/relevantes Frühlings- und Sommerprogramm: Lacan Seminar
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Sogenannte New Adult–Romane erobern gerade den Buchmarkt. Es sind Liebesgeschichten, die junge Menschen zwischen 20 und 30 ansprechen. Die Fangemeinde füllt auf Buchmessen ganze Hallen. Interview mit Prof. Dr. Christine Lötscher → Trend New Adult Romane in ZDF-Morgenmagazin, 23.01.2025.
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Interview mit Nikolaus Heinzer im Rahmen der Reihe Berufsportraits des Fachportals Kulturen & Gesellschaften der SAGW. Gespräch: Sabine Eggmann. → Berufsportrait Nikolaus Heinzer Fachportal Kulturen und Gesellschaften, 28.10.2024.
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Beitrag von Nico Heinzer, in dem er zusammen mit Marc Melcher anlässlich der vielen wolfsbezogenen Ereignisse und politischen Veränderungen des letzten Jahres einen Jahresrückblick über unser Verhältnis zum Wolf früher und heute macht. Dr. Nico Heinzer → Verhältnis zwischen Wolf und Mensch in Regiojournal Graubünden, 12.12.24.
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US-Regisseur Brady Corbet findet in The Brutalist eine umwerfende Bildsprache dafür, wie Gewalt, Leid und Schmerz in die Architektur Amerikas und des Westens eingebaut sind. Sein Epos ist mit zehn Nominationen ein Favorit bei den Oscars. Essay von Prof. Dr. Christine Lötscher → Die Freiheitsstatue schwankt in Republik, 30.1.2025.
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Idylle als Denkraum im 19. Jahrhundert
Mit einem Aufsatz von Christine Lötscher: Mädchenfantasien. Idyllen bei Johanna Spyri.
Der Band versammelt Beiträge zur auffälligen Konjunktur idyllischer Gattungsparameter in Literaturen verschiedener Sprachen, illustrierten Medien und Bildkunst des langen neunzehnten Jahrhunderts. Für das Nachleben dieser antiken Gattung ist die These erkenntnisleitend, dass die Idylle mit ihrer Leitemotion des Glücks als Affektspeicher fungiert. Ausgehend von Jean Paul kann sie mit Aby Warburg als ‹Denkraum› verstanden werden.
Franziska Frei Gerlach / Sabine Schneider (Hrsg.): Idylle als Denkraum im 19. Jahrhundert. Berlin 2025.
→ De Gruyter 2025
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Alles über Aschenputtel : Arbeit und Coming of Age
Christine Lötscher und Caroline Roeder
Unter Mitarbeit von Andrea-Luca Bossard
Der Band beleuchtet das Spannungsfeld von Jugend, Arbeit und Erzählen in unterschiedlichen Ausdrucksformen vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Die Erzählung vom Aschenputtel mit dem märchenhaften Happy End lässt sich von 1812 und dem Ersterscheinen der Kinder- und Hausmärchen bis zu Kenneth Branaghs Adaption von Perraults Cendrillon 2015 und weiter verfolgen. Im Märchen ist die Bereitschaft (Care-)Arbeit zu leisten ein wesentlicher Aspekt der moralischen In-tegrität der angehenden Prinzessin – ganz ähnlich wird dies in neueren dystopischen Romanen ablesbar, in denen nur überlebt, wer auch anpacken und solidarisch handeln kann.
Nicht nur ein Blick in die Literaturgeschichte zeigt: Arbeit, Armut und soziale Fragen sind zentrale Themen der Literatur, die jedoch wesentlich Konjunkturen des Interesses unterworfen waren. In der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur seit der Jahrtausendwende bedeuten sie zentrale Diskurse und wirkungsmächtige Narrative.
Arbeit und ihre soziale Bedeutung werden in Coming-of-Age-Erzählungen auf vielfache Weise verhandelt. So ist z.B. das kapitalistische System und damit verbunden verschiedenste Arbeitsnarrative in vielerlei Hinsicht präsent – in der Inszenierung des Konsums der Figuren, in Mode und Lifestyle; auch an der Zeichnung von Familienbildern, an den Berufen bzw. dem Habitus der literarischen Elternfiguren sowie in verkörperten sozialen Praktiken und Ungleichheiten tritt dies hervor.
→ Stuttgart: Metzler 2025
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No. 9: Forget Long Belong Remember
Mit Beiträgen von Sabine Eggmann, Patricia Jäggi, Alexandra Neukomm, Jaehee Shin
Forget Long Belong Remember beginnt mit einem Heimatgefühl, ausgelöst durch die physische Präsenz eines reich verzierten Speichers in Wyssachen, dessen unbewältigte Geschichte sich die in der Schweiz beheimatete koreanische Architektin Jaehee Shin aneignet. Dass dieses Gefühlskonstrukt Heimat nicht nur kuscheliger Rückzugsort bedeutet, sondern verknüpft ist mit latenten Vorstellungen dazu, wie ein Leben im Hier und Jetzt zu sein hat, macht Sabine Eggmann deutlich, wenn sie aufgreift, wie latent vorhandene Selbstverständlichkeiten in einer SRF-Volksmusiksendung hinterfragt und verteidigt werden. Wie in der Heimat auch eine Sehnsucht nach dem Anderen erwachsen kann, etwa dann, wenn fremde Klänge unmittelbar ein tiefliegendes Verlangen hervorrufen, zeigt Alexandra Neukomm mit ihrer Erzählung zu dem ersten koreanischen Jodler Kim Hong Chul. Dass uns Klänge an Dinge erinnern, an deren sinnliche Qualität wir in kognitiver Erinnerungsarbeit nicht gelangen, ist schliesslich Gegenstand von Patricia Jäggis Essay: Selbst wenn leibliche Erinnerungspraktiken auf Konfabulation fussen, können sie der Verlebendigung dessen dienen, was nicht vergessen gehen soll.
Valerie Keller, Matthias Liechti (Hg.): Forget Long Belong Remember, For, Basel, 2025.
→ For
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