Forschungsinteressen
Migration und Mobilität, Grenzen, Politikethnologie, Prekarität und Unsicherheit, Temporalität und Waiting, Solidarität, Gender, urbane Ethnographie, multimodale Methoden, materielle Kultur
Forschungsregion
Europa (Italien und Schweiz); China; USA
Kurzbio
Dr. Michelle von Dach ist Oberassistentin und Lehrbeauftragte für Sozial- und Kulturanthropologie an der Universität Zürich (ISEK). Sie hat an der Universität Zürich promoviert.
Ihre Forschung erstreckt sich über ein breites Spektrum ethnographischer Kontexte und disziplinärer Diskurse. Ihr Dissertationsprojekt „Stuckedness in the Lives of Migrants in Rome. An Ethnography of Everyday Navigation of an Existential Condition" basiert auf langfristiger Feldforschung in der italienischen Hauptstadt mit migrantisch geführten Basisorganisationen und zivilgesellschaftlichen Organisationen sowie mit Migrant:innen, die während ihres Aufenthalts in Italien eine Irregularisierung erfahren haben. Mit einem Fokus auf gelebten Erfahrungen von Prekarität, Unsicherheit und zeitlicher Liminalität führt sie Stuckedness als analytischen Rahmen ein, um eine strukturelle und zyklische Migrationskondition in Südeuropa zu verstehen, die Migrant:innen oft auf unbestimmte Zeit in Ort, Zeit und Leben suspendiert.
Im Rahmen einer kollaborativen Feldforschungsexkursion des CUSO Swiss Graduate Program in Anthropology untersuchte sie, wie das Naturschutzmodell des Yellowstone National Park die indigene Präsenz auslöscht und wie indigene Gemeinschaften aktiv ihre Verbindung zum Land zurückgewinnen. Die Ergebnisse der Gruppe wurden auf einer multimodalen Website präsentiert, die Film, visuelle Essays, Ton und Text vereint. “An Ethnographic Multimodal Journey Through Yellowstone National Park and the Wind River Reservation”
Auf der Grundlage ethnographischer Feldforschung in der venezianischen Lagune untersuchte sie, wie (professionelle) Ruderinnen Geschlechterdiskriminierung navigieren und anfechten. Sie verfolgte, wie Ausschluss formell und informell wirkt.
Frühere Feldforschung in Longquan, China, befasste sich mit dem Seladon-Handwerk und seiner Musealisierung.
Vor ihrer aktuellen Stelle war sie Visiting Fellow am Centre on Migration, Policy and Society (COMPAS), Universität Oxford (2025), am AIMS Lab BRISPO, Vrije Universiteit Brüssel (2024–2025) sowie Resident Fellow am Istituto Svizzero in Rom (2022–2023).
Sie ist Mitglied des Redaktionsbeirats von ZANTHRO