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ISEK - Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft Populäre Kulturen

Ergänzende Methodenausbildung in den Sozialwissenschaften (PhD)

Erfolgreiche sozialwissenschaftliche Praxis erfordert profunde methodische Kenntnisse, die den Anschluss an formale, thematische und methodologische Entwicklungen innerhalb der sozialwissenschaftlichen Disziplinen ermöglichen. Damit die akademische Konkurrenzfähigkeit der sozialwissenschaftlichen Doktorierenden auch zukünftig sichergestellt bleibt, hat der Fachausschuss Sozialwissenschaften eine Revision seines ergänzenden Methodenprogramms (EMP) beschlossen.

Ziele

  • Stärkung und Konsolidierung der wissenschaftlichen Leistungsfähigkeit der sozialwissenschaftlichen Doktorierenden
  • Stärkung des interdisziplinären Austauschs unter den sozialwissenschaftlichen Doktorierenden
  • Einbindung methodologischer Exzellenz in die Forschungs- und Lehrprofile der beteiligten Institute (IKMZ, IPZ, ISEK, SUZ)

Struktur

Das EMP basiert auch weiterhin auf zwei Veranstaltungstypen:

  1. Ad hoc Veranstaltungen orientieren sich an akuten Erfordernissen der bearbeiteten Dissertationsprojekte und -interessen der Doktorierenden. Die Doktorierendenvertretung der Fächergruppe erfasst den Bedarf regelmässig über Umfragen.
  2. Zyklische Veranstaltungen greifen software- und datenbezogene Veränderungen auf, welche die Sozialwissenschaften zunehmend prägen. Neu werden Kompetenzen der Wissensvermittlung (Modul E) berücksichtigt. Konkret handelt es sich um folgende wiederkehrende Module:

Modul A: From program to paper: how to organize and document data and analysis widmet sich modernen Formen der Arbeitsorganisation, Datendokumentation und Publikation. Es gestaltet die wichtige Schleuse zwischen empirischer Analyse und Veröffentlichung aus und bedient die wachsenden Replikationsansprüche in den sozialwissenschaftlichen Disziplinen.

Modul B beschäftigt sich mit Techniken moderner quantitativer Datenanalyse:

  • R for basic social science statistics bietet eine praktische Einführung in grundlegende statistische Analysetechniken für Survey- und Makrodaten. Didaktischer Schwerpunkt ist die Vermittlung von Anwendungskompetenzen in R.
  • Advanced social sciences with R dient dazu, ausgehend von den erweiterten Anwendungspotentialen von R im Bereich komplexer digitaler Datenbestände eine fortgeschrittene quantitative Methodenkultur zu etablieren. Neben Techniken der Computational Social Sciences können u.a. Ansätze der Netzwerkanalyse oder der Bayesschen Statistik vorgestellt werden.

Modul C: Data visualization setzt sich mit neuen Leitbildern zur Visualisierung von Daten und Forschungsergebnissen auseinander. Der Paradigmenwechsel von statischen, tabellarischen Aufbereitungen hin zur grafischen Visualisierung von Statistiken und qualitativen Ergebnissen (auch durch Bewegtbilder) soll hier aufgefangen werden.

Modul D widmet sich spezifischen Erfordernissen der qualitativen Forschung:

  • Qualitative data collection and analysis beschäftigt sich mit qualitativen Verfahren und Designs in der sozialwissenschaftlichen Forschung. Es unterstützt Doktorierende dabei, nichtstandardisierte Beobachtungs-, Text-, Bild- oder Videodaten zu sammeln und daraus Muster und/oder Bedeutungen zu extrahieren. Neben dem Fokus auf einzelne qualitative Methoden werden auch Vertie-fungsmöglichkeiten angeboten.
  • Ethnographic writing unterstützt Doktorierende darin, nicht-standardisierte Beobachtungs-, Text-, Bild- oder Videodaten und die daraus abgeleiteten Muster und Bedeutungen in ihren Forschungsarbeiten zu verschriftlichen. Der Schwerpunkt liegt auf der Verknüpfung von Methode und Darstellungsweise sowie auf politisch-ethischen Implikationen textueller Repräsentation.

Modul E: Resonance skills hilft Doktorierenden dabei, ihre Forschungsergebnisse spezifischen Publika zu vermitteln. Es werden Schreibstrategien für Publikationen in sozialwissenschaftlichen Fachjournalen und/oder Fachverlagen vertieft, die für die wissenschaftliche Qualifikation unerlässlich sind. Zudem wird erprobt, wie Doktorierende im Umgang mit unterschiedlichen (Nachrichten-)Medien ihre Fachexpertise souverän in die öffentliche Debatte einbringen können.

Organisation

Veranstaltungen werden in der Regel als Workshops im Blockformat angeboten. Diese Organisationsform schafft Raum zur problemorientierten Anwendung des Stoffes und damit einen Mehrwert für das individuelle Dissertationsprojekt und/oder die methodische Ausbildung der Doktorierenden.

Für jede Veranstaltung wird grundsätzlich 1 ECTS vergeben. Je nach Aufwand der Vor- und Nachbereitungen sind auch mehr ECTS möglich. Als Referenz gilt: 1 ECTS entspricht 25–30 Arbeitsstunden.

Die Kurssprache ist in der Regel Englisch.

Die Veranstaltungen werden von internen und externen Dozierende gegeben, die sowohl methodisch als auch sozialwissenschaftlich ausgewiesen sind.

Alle Veranstaltungen werden standardmässig von den Kursteilnehmenden evaluiert. Die Doktoratskoordination Sozialwissenschaften wertet die Umfragen aus und stellt sie den Kursleitenden zur Besprechung mit den Teilnehmenden sowie bei Bedarf den Modulverantwortlichen zur Verfügung. Gleichzeitig werden sie in der Geschäftsstelle der Graduiertenschule digital archiviert.

Alle Veranstaltungen erscheinen im Vorlesungsverzeichnis der UZH und werden zusätzlich von der Doktoratskoordination Sozialwissenschaften angekündigt und beworben.

Der Fachausschuss behält sich vor, jederzeit Anpassungen am Inhalt und/oder der Struktur des EMP vorzunehmen.