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ISEK - Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft Populäre Kulturen

Bachelorpräsentation HS24

Diese Bachelorarbeit untersucht das Thema Coming-of-Age in Videospielen und analysiert, wie das Erwachsenwerden in interaktiven Erzählstrukturen dargestellt wird. Mithilfe einer qualitativen Inhaltsanalyse werden narrative und spielmechanische Elemente untersucht, die die persönliche und soziale Entwicklung von Protagonist:innen und Deuteragonist:innen thematisieren. Der Fokus liegt dabei auf der Frage, wie Videospiele emotionale Bindungen zwischen Spieler:innen und Charakteren fördern und wie das Coming-of-Age-Genre in Videospielen auf unterschiedliche Weise repräsentiert wird.

Als Analysegegenstände dienen The Last of Us Part 1The Last of Us Part 2Life is Strangeund Ori and the Blind Forest. Diese Titel gehören verschiedenen Spielegenres an, behandeln jedoch alle das Thema des Erwachsenwerdens auf vielfältige Weise. Neben einer Einführung in das Genre Coming-of-Age werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Spielen herausgearbeitet. Die Analyse zeigt, dass moderne Videospiele die Darstellung des Erwachsenwerdens oft mit gegenwärtigen gesellschaftlichen und kulturellen Dimensionen verknüpfen. 

Da die kulturwissenschaftliche Forschung zu Videospielen noch am Anfang steht, leistet diese Arbeit einen Beitrag dazu, Videospiele als relevantes Medium mit kultureller Bedeutung und wissenschaftlichem Potenzial besser zu verstehen.

Die Arbeit wurde durch Prof. Dr. Christine Lötscher betreut.

Johanna Spyris «Heidi» zählt neben Pippi Langstrumpf und dem kleinen Prinzen zu den wohl bekanntesten Kinderbuchfiguren und ist im kollektiven Gedächtnis verankert. Die beiden «Heidi»-Bände «Heidi’s Lehr- und Wanderjahre» und «Heidi kann brauchen, was es gelernt hat» erschienen 1879 und 1881 und brachten Spyri den grossen Durchbruch als Autorin: Mehr als eine halbe Million Bücher wurden bis 1931 verkauft.  

Diese Arbeit untersucht, wie die «Heidi»-Bände im Zeitraum von 1879 bis 1930 in Deutschland und der Deutschschweiz rezensiert wurden, denn Rezensionen geben Aufschluss über die Wahrnehmung und Rezeption der Bücher in der Gesellschaft. Hierzu werden die Rezensionen einer qualitativen Inhaltsanalyse unterzogen, die sich an publizistischen Kategorien orientiert und verschiedenste Elemente wie den historischen Kontext, aber auch die typografischen Gestaltungselemente untersucht. In Anlehnung an Vladimir Propp wurde zudem eine Strukturanalyse durchgeführt.  

Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass die Rezensionen eng im Zusammenhang mit den historischen Gegebenheiten betrachtet werden müssen: Zwischen den zeitgeschichtlichen Gegebenheiten und den Rezensionen kommt es zu Verflechtungen, die sich etwa in der Doppeladressierung für Kinder und Erwachsene, der Stellung des Verlags und der Autor*innenschaft spiegeln. Zudem ist die Wahrnehmung von «Heidi» auch länderabhängig: Die deutschen Rezensionen loben Spyri besonders für ihren Schreibstil und die Figuren, während die Deutschschweizer Rezensionen deutlich mehr Kritik für das Buch finden und Spyri ihr eigenes Talent absprechen.  

 

Die Arbeit wurde durch Prof. Dr. Christine Lötscher betreut. 

In meiner Bachelorarbeit befasse ich mich mit der Hip-Hop- und der Fussballfanszene in der Stadt Zürich und untersuche, wie sich die beiden Szenen gegenseitig und in einer glokalen Beziehung hervorbringen. Ich verstehe Hip-Hop als afroamerikanische Subkultur, die sich zu einem globalen Kulturphänomen entwickelt hat, indem sie auf der ganzen Welt lokal angeeignet wurde. Ein Gros der aktiven Fussballfans wird heute der aus Italien stammenden und genauso lokal adaptierten Ultra-Kultur zugeordnet. Der von Robertson geprägte Begriff der Glokalisierung bezeichnet dabei das Konzept, mit dem hier die Wechselwirkungen zwischen der global verbreiteten Hip-Hop- bzw. Ultra-Kultur und ihren lokal ausdifferenzierten Formen betrachtet werden. Grundlage für die Analyse sind fünf Gespräche mit Personen aus den beiden Szenen und deren Überschneidung. 

Diese Verbindung ist in Zürich einerseits historisch gewachsen. Der FCZ zog um die Jahrtausendwende nach einer langen Krise wieder mehr Zuschauer*innen an, von denen auch viele Teil der schnell wachsenden lokalen Hip-Hop-Szene waren. Andererseits teilen die neue Ultra-Fankultur und die Hip-Hop-Kultur viele Eigenschaften, die in der Forschung auch generell den Subkulturen zugeordnet werden. Sie verstehen sich oft als nicht-konform mit vorherrschenden Normen und werden teils auch von aussen so wahrgenommen. Dieses Selbstverständnis kommt in Praktiken wie Graffiti und der Aneignung des öffentlichen Raums sowie dem individuellen szenebezogenen Style zum Ausdruck. Die Praktiken der Ultras und der Flygirls und Homeboys sind kollaborativ und essenziell für die Teilhabe an der Subkultur. So handeln die Szenen in gegenseitiger Solidarität und kreieren durch aktives Mitwirken ein Gefühl von Zusammengehörigkeit. 

Deko Bild der Südkurve
Unbekannter Fotograf. 2024. «Choreografie mit Graffiti-Ästhetik» Südkurve, 1. September. https://www.suedkurve.ch/spiele/saison-2024-2025/2024-09-01/   

Aus diesen Voraussetzungen ergibt sich, dass die Zürcher Südkurve und die lokale Hip-Hop-Szene sich nicht nur selbst, sondern auch gegenseitig durch kreatives Handeln fortwährend hervorbringen. Für diesen Prozess ist der Bezug zur global zirkulierenden Hip-Hop-Kultur und Ultra-Kultur mit ihren Narrativen wichtig, was ich als glokale Beziehung beschreibe. Dabei zeigt sich die Verbindung der Szenen erst recht: Fussballfans beziehen sich auf eine globale Bildwelt des Hip-Hop und umgekehrt. Schliesslich wird mit dieser Erkenntnis auch ein Beitrag zur Diskussion um die Gültigkeit von Subkulturen als analytische Kategorie geleistet. 

Die Arbeit wurde durch Dr. Mischa Gallati betreut. 

Diese Bachelorarbeit widmet sich dem Genre des Kawaii Metal, einer hybriden Musikrichtung, die Elemente von J-Pop und Metal vereint und bislang in der kulturwissenschaftlichen Forschung noch nicht vertieft betrachtet wurde. Im Fokus der Untersuchung steht die Verbindung von Ästhetik, Gender und Genre. Exemplarisch werden zwei Musikvideos untersucht und in diskursive Zusammenhänge eingeordnet. Hierbei nimmt das Konzept der musical persona, wie es von Phillip Auslander beschrieben wird, eine zentrale Rolle ein: die performative Selbstdarstellung wird in Bezug zur sozialen Rahmung gesetzt. Somit können konkrete Gestaltungsweisen der Musikvideos in übergeordnete Diskurse und Traditionslinien eingeordnet werden. Im Verlauf der Arbeit werden mögliche Lesarten der beiden Musikvideos erarbeitet und durch die Bezugnahme auf Medium, Genre und soziokulturelle Konventionen situiert. So werden unter anderem Verbindungen zu verwandten ästhetischen Richtungen gezogen sowie untersucht, wie Kawaii Metal etablierte Vorstellungen von Genrezugehörigkeit, Geschlechterrollen und Authentizität aufgreift.  

 

Die Arbeit wurde durch Prof. Dr. Moritz Ege betreut. 

Links zu den analysierten Videos:

https://www.youtube.com/watch?v=2IzR_ClTE8Y 
Youtube, @BABYMETAL: BABYMETAL -
ヘドバンギャー!!- Headbangeeeeerrrrr!!!!!!! (OFFICIAL). Hochgeladen am 08.11.2012. (Abgerufen am 23.09.2024).

https://www.youtube.com/watch?v=F98BYumQfsw

Youtube, @BABYBEARD: BABYBEARD「ぴえナイザー」Official Music Video. Hochgeladen am 21.02.2022. (Abgerufen am 23.09.2024).

 

Meine Bachelorarbeit untersucht den schweizerischen Migrationsdiskurs anhand von Onlinekommentaren der Weltwoche und des Tagesanzeigers zwischen dem 23.08.2024 und 23.09.2024. Hierfür wird eine Diskursanalyse angefertigt, die eine Unterteilung der Diskussionen in den Kommentarspalten in verschiedene Diskurselemente vorschlägt. Dabei prüfe ich die These, inwiefern Migration als Metanarrativ fungiert und zum Aushandlungsort für weitere Themen wird. Ich stelle hierfür zwei plakativ formulierte Leitfragen: Worüber reden die Kommentierenden? Und worüber reden die Kommentierenden wirklich?

In meiner Analyse stelle ich fest, dass die Diskussionen über Migration in beiden Quellenkorpussen stark von Grenzziehungsprozessen wie zum Beispiel der Konstruktion des Anderen und des Selbst geprägt sind. Im Quellenkorpus der Weltwoche lassen sich populistische Diskurselemente ausmachen, die den Charakter der Diskussionen grundlegend prägen. Hier stehen ausserdem die Aushandlungen der eigenen Gefühlslage und Weltanschauungen der Kommentierenden im Vordergrund. Die Diskussionen in den Kommentarspalten des Tagesanzeigers gestalten sich wiederum ambivalenter und sind von Aushandlungen verschiedener Grundeinstellungen geprägt.

Die Arbeit wurde durch Prof. Dr. Moritz Ege betreut.